Typisch deutsche Jazzmusik

Der Gypsy-Jazz ist eine typisch deutsche Entwicklung in der Jazzmusik. Dieser Stil hat sich aus dem Swing heraus entwickelt. Andere Bezeichnungen des Gypsy-Jazz ist Jazz Manouche, Sinti-Jazz oder auch Zigeunerjazz. Es ist die erste Jazzstilrichtung die überhaupt in Europa entstanden ist und genießt heute über die europäischen Grenzen hinaus Anerkennung. Das Django-Fest in den USA ist ein jährliches Festival, welches dem Gypsy Ehre erweist.

Inspiriert wurde dabei die deutsche Swing-Bewegung nach französischem Vorbild. In Frankreich wurde die Valse Musette mit Artikulationen des Swings gespielt, indem mithilfe von zerlegten Akkorden improvisiert wurde.

Typischerweise wird die traditionelle Form des Gypsy-Jazz in Quintetts gespielt. Die Besatzung besteht in der Regel aus einer Violine, einer Solo- und zwei Rhythmusgitarren und einem Kontrabass. Aufgrund der stark ausgeprägten Gitarrenbegleitung ist hier das Schlagzeug nicht nötig.

Warum hat der Gypsy-Jazz den Beinamen Zigeunerjazz?Foto-Gregor-Hilden-von-Manfred-Pollert

Der Begriff Zigeunerjazz ist in den 1960er Jahren aufgekommen. Es lag daran, dass diese Stilrichtung in engen Kontakt mit Publikum von Gruppierungen der Roma und den Sinti-Musikern gebracht worden ist. Dort war es auch nicht unüblich, dass die musikalische Tradition der Sohn von seinem Vaters oder der Neffe von seinem Onkel weiterführte. Regelmäßig tauchten auch Konstellationen auf in denen Cousins miteinander musizierten. Die musikalische Ausbildung fand hierfür durch stundenlanges Zuhören und auswendig Lernen gelegt. Höhepunkt der Gypsy-Jazzszene in Deutschland liegt in den 1970er und 1980er Jahren.

In den 1980er Jahren formatierten sich in dieser Gruppe einige jungen Musiker neu. Sie haben den Modern Jazz für sich entdeckt. Dabei hat sich unter anderem der Gypsy Modern Jazz gebildet. Die modale Spielweise im Improvisationsteil ist dafür charakteristisch. Dies hebt sie von der traditionellen Spielweise ab. Damit orientiert sich die modernere Spielweise des Gypsy Jazz mehr an Jazzrock, Funk und Soul als am ursprünglichen Swing.

Manchmal setzten die Musiker die Musik für politisches Engagement ein. Als ein Zeichen gegen Behördenwillkür und Diskriminierung.